Samstag, 15. Februar 2014

Der reinste Wahnsinn

Vergangene Woche kam eine mail vom Stadtjugendausschuss,  daß die Anmeldung für die Ferienprogramme am Samstag starte. Man könne nur persönlich dort erscheinen, müsse bargeld mitbringen etc.

Da die Kinder gerne die erste Sommerferienwoche im Zirkuszelt verbringen wollen, habe ich mich also auf gemacht, wohl wissend, daß es Andrang geben würde.
Aber wenn da steht: ab 8:00 Uhr Nummernausgabe, ab 8:30 Uhr Einlass, dann denkt man sich, naja, guckste halt daß du so um 8 da bist.

Mein erstes freies Wochenende seit urzeiten. Die Kinder in Zürich. Nun denn, dann stellen wir den Wecker eben wieder einmal früh.

Um viertel vor 8 saß ich auf dem Rad und radelte in eine völlig menschenleere Innenstadt. Als ich um 8:08 abbog in die Strasse, in der sich das Büro befindet, hat es mir kurz die Sprache verschlagen.
Und da stand ich dann nun heute 6 !!! Stunden, um meine Kinder für insgesamt 30 Stunden Ferienbetreung anzumelden.
Ganz am Anfang bin ich noch zum Markt geradelt, weil offensichtlich war, daß ich mit meiner Nummer noch eine ganze Weile würde warten müssen.

Dann um 10 wieder gekommen, ein wenig durchnässt vom Regen ( war uns nicht für diese Wochenende frühlingshaftes Wetter vorausgesagt worden ? ) . Dann nochmal losgezogen, für eine Freundin von Madame ein Geburtstagsgeschenk besorgen wollen, leider war das was ich suchte nicht da. Ab 12 dann mit allen möglich bekannten und unbekannten Mamas gequatscht und um kurz nach 2 endlich dran gewesen. Zwischendurch füllte sich eine Tafel mit der Überschrift "Ausgebucht" langsam aber stetig. Aber wir haben Glück gehabt.

Wehe wenn die Kinder das nichts zu schätzen wissen - tun sie eh nicht, ich weiß.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Ahhh- Frust

Nun habe ich mich gestern abend hingesetzt um die Vorlesung für heute auszuarbeiten.
Sitze seit heute früh wieder daran und eben als ich über den Flur lief, um mir aus dem uralten Schaukasten ein verstaubtes Skelett zu holen, sagte mir ein Kollege:

"Vorlesungen sind diese Woche nicht mehr !"

Dienstag, 11. Februar 2014

haha - good joke

leider ist es keiner.

Da hatte ich auf etwas Entspannung an der Arbeitsfront gehofft. Keine Frage, ich mache den Job gerne, es macht mir Spaß, aber die letzten Wochen waren echt grenzwertig alleine vom Zeitaufwand ( die 30 Stunden, die in meinem Vertrag stehen, überschreite ich ständig ) und auch von den Anforderungen.

Der erste kleine Hammer kam am Freitag: 18 mündliche Prüfungen solle ich abnehmen, 26 hatten sich angemeldet, 8 macht mein Chef und der Rest bleibt für mich.

Heute dann der Anruf: der Chef  fällt krankheitsbedingt die nächsten ca 8 Wochen aus.

Sehr sehr tief habe ich geseufzt.
D.h. morgen schon wieder eine Vorlesung aus dem Boden stampfen - die armen Studenten.
26 Prüflinge für mich...etc pp

Sonntag, 9. Februar 2014

Das erklärt alles

Heute früh im Gottesdienst ging es um Streit.
Die Pfarrerin bat Kinder, nach vorne zu kommen. 5 Jungs rannten vor und stellten sich neben das Mikro.
Mit wem sie sich gelegentlich streiten, wurden die Jungs gefragt:

1. "Mit meiner Schwester!"
2. "Mit meiner Schwester!"
3. " Mit meinen 2 Schwestern!"
ein kurzes Lachen ging durch die Gemeinde
4. " Mit meiner Schwester und meinem Bruder manchmal!"
5. " Mit meinem Bruder streite ich eigentlich nicht!"

Herrlich war das !


Samstag, 8. Februar 2014

Schön

so ein relativ unverplanter Samstag.

Bis 9 Uhr habe ich geschlafen, die Kinder auch.

Nach dem Marktgang war auch gleich schon wieder Zeit zum kochen.

Danach wurde dem Nachbarn bei Fällen einer großen Linde, die nur 30 cm neben dessen Hauswand stand, geholfen.
Jetzt gibt´s im bisher dunkel moosigen unteren Gartenbereich plötzlich Sonne. Also könnte man es dort doch nochmal mit dem Rasen säen versuchen....

Madame war eingeladen zum Geburtstag einer Klassenkameradin, die allerdings vergessen hatte, auf die Einladung zu schreiben, daß sie Eislaufen gehen wollen... Übernachten werden die 8 Mädchen auch dort und somit stelle ich mich einfach mal auf eine müde und sicher etwas pampige Tochter morgen ein.

Mit Monsieur "Schulgeschihchten vom Franz" gelesen.  Monsieur ist der Franz sehr sympathisch.
Abend gegessen und danach das Buckelpistenfinale der Damen angesehen... noch ein bißchen gelesen, den Sohn ins Bett gebracht...

Und nun drücke ich mich erfolgreich vor der Fertigstellung der Klausur, die ich meinem Chef nach Sotchi schicken sollte. Ganz ehrlich glaube ich nicht, daß er sich dort die Klausur wirklich anschaut...Muss er noch bis morgen warten, ich muss ins Bett.

Donnerstag, 6. Februar 2014

rumpel pumpel

Man muss es bis weit über die Grenzen Karlsruhes hinaus gehört haben, daß von mir nun echt eine Last abgefallen ist, nachdem ich das heutige Seminar als letzte der überraschend zu tätigen Lehrveranstaltungen hinter mir habe.

Morgen ist Aufarbeiten der rechts und links liegengebliebenen Dinge angesagt und eine Klausur muss fertiggestellt werden und dem Chef nach Sotchi , wo er dann weilt, zur Absegnung geschickt werden.

Puh ! Und dann kann das Leben wieder normal weitergehen- bitte !

Mittwoch, 5. Februar 2014

Was machst Du eigentlich den ganzen Tag

0:30 Uhr
.... immer wieder zieht es sich, die vielen Erledigungen am Abend:
Die mail muss ich noch schreiben, das muss ich noch gucken, dann die Kaninchen für die Nacht versorgen, die Spülmaschine anstellen ( die läuft bei uns immer nachts- Relikt aus alter Zeit in denen ich einen Nachtstrom vertrag hatte)....

eben musste noch ganz konkret der Austausch mit meinem Chef zu mail , zu papier kann man ja nicht mehr sagen,  gebracht werden.
Er kommt nur einmal die Woche, nämlich mittwochs.
Und ich komme morgen nicht.
Monsieur ist krank. Einfach nur fiebrig und hustig, aber ganz schön dolle.

Ich hätte morgen abend um 17 : 30 Uhr die letzte der aus dem boden zu stampfenden Vorlesungen für die Matserstudenten zu halten. Aber es geht nicht. Monsieur ist einfach krank.

Hoffentlich schaffe ich es am donnerstag wenisgtens das seminar zu halten.


7:00 Uhr der Wecker klingelt ! welch ein Luxus: normalerweise klingelt er nämlich um 5:45 Uhr.
Die Nacht war unruhig, Monsieur ist zu mir gewandert, hatte heiß, hatte kalt, hatte Durst, brauchte Taschentücher...

Madame hat heute erst zur 2. Stunde Schule, Monsieur normalerweise zur 1. Madame muss dann immer in den Hort, weil ich um 8 mittwochs bei der Arbeit sein sollte.

Heute also alles ganz gemütlich.

Um 7:30 Uhr wecke ich Madame, nachdem ich Kaffee getrunken habe und geduscht habe ( vorher bin ich immer ziemlich ungenießbar). Wir frühstücken und machen uns fertig. Monsieur schleicht durch die Wohnung, er ist blaß, aber sieht besser aus als gestern.

8:15 Uhr Monsieur muss kurz alleine bleiben. Ich bringe Madame auf den Weg und gehe schnell zum Bauernmarkt, der sich mittwochs immer auf unserm Saumarkt findet. Seit mindestens 2 Jahren beziehe ich dort gerne meine Milch. Sie ist zwar nicht demeter, wie die Milch, die ich sonst kaufe, sondern stammt von einem kleinen Odenwälder Gehöft in Selbstvermarktung.
Bei demeter geht es mir auch gar nicht so sehr um meine eigene Gesundheit als um den Stil der Landwirtschaft, den ich unterstützen möchte.
Neulich hatte ich eine spannende Begenung mit einem demeter Bauern, der 30 Jahre einen Hof gepachtet hatte und später einem Holländer beim Umstieg auf biologischen Weinbau im Bühlertal half.
Es war ein bißchen desillusionierend, was er mir erzählte, aber es hat mich umso mehr bestärkt, demeter zu kaufen, denn wenn dort  und bei Bioland schon so viel möglich ist, dann ist die  EG- Bioverordnung rein gar nichts wert.

9:00 Uhr: Monsieur kann sich überwinden, ein Stückchen Brezel zu essen, immerhin.

9:20 Uhr ich rufe mails ab und in mir formen sich mal wieder Listen mit Things to do.
Monsieur klimpert ein wenig auf dem Flügel herum.

9:30 Uhr ich sichte mit Monsieur unsere Saatgut und wir bereiten Paprika und Tomatensamen zum Vorziehen vor. Ich freue mich so, denn dieses Jahr habe ich einen Südbalkon und muss nicht meine Pflänzchen der Sonne hinterhertragen. Hoffentlich haben sie dann, wenn ich sie in den Garten aussetze, genügend Größe um den Schneckenangriffen zu widerstehen.

10:00 Uhr Monsieur liest mir vor. Es wird. Aber man merkt haargenau, wann die Konzentration vorbei ist... dann wird einfach frei erfunden nach dem Lesen der ersten Silbe eines Wortes. Manchmal sehr lustig...


wir bauen noch ein bißchen Lego - hach ich baue ja gerne Lego, allerdings sind gerade sehr viele Steine verbaut und dürfen laut Erbauer nicht verwendet werden. Zum Geburtstag hatte Monsieur von mir viele Sondersteine bekommen - Kupplungen, Scharniere, Drehplatten, Harry Potter- Fenster etc...
Sehr schön !

11:45 Uhr ich fange an zu kochen, denn wenn ich zu Hause bin, muss Madame ja nicht in den Hort und dort fieses Apetito essen essen. Es gibt Kartoffelsuppe und eine riesen Schüssel Feldsalat

12:30 Uhr Madame klingelt, überhäuft mich mit wichtigen und unwichtigen Informationen, mit Klagen über das Unrecht, daß hier und dort wieder mal ihr widerfahren ist ( "Mama, das war voll fies..... ").
Wir essen, Monsieur isst seine Brezel fertig.
Madame ist gerade mal wieder äußerst unausgeglichen und so wird das Essen zur Nervenprobe.
Wenn ich immer wüsste, warum sie manchmal super ausgeglichen ist und manchmal eben nicht ???

13:15 Uhr ich darf mir kurz einen Kaffee kochen und die Arbeitsemails checken.

14:00 Uhr: Madame sitzt an den Hausaufgaben - ich schaue kurz drüber, mache ich normalerweise nicht - und verbiete ihr weiterzumachen, weil sie so einen Quatsch zusammen gerechnet hat- ahhh.
Dabei hatte sie gestern stolz eine 1 - in der Mathearbeit nach hause gebracht.
Madame hat immer Wochenhausaufgaben - sie soll sich wann anders hinsetzen, wenn sie mehr Konzentration aufbringen kann.

15:00 Uhr ich spiele mit den Kindern wie versprochen eine Runde Monopoly. Von vorherein legen wir  1 Stunde fest, das Spiel könnte ja ewig gehen. Leider müssen wir feststellen, daß es erst nach 1 Stunde spannend wird. Madame hat sich durch Provokationen aber disqualifiziert zur Verlängerung.

16: 00 Uhr  Ich mache schnell einen Hefeteig fürs Abendessen und telefoniere mit einer Freundin. Sie erzählt mir daß eine gemeinsame bekannte Brustkrebs hat. Mitte 30. 2 Kinder. Oh weh ! Hoffentlich wird das wieder.

16:30 Uhr Monsieur bekommt Hunger und beginnt seine Schwester zu piesacken - ich erkläre ihn für wieder gesund .
Zum Test und weil mir der Kopf raucht von einem Tag drinnen, gehe ich mit dem Sohn in den Garten, Holz holen für den Ofen, Kaninchenfutter holen und gucken, ob die 3 Schwanzmeisen, die dauernd unseren Balkon besuchen, tatsächlich in den einen Nistkasten eingezogen sind ? Vom balkon aus kann man es nicht so genau beurteilen. Nun sie schwirren um den Nistkasten. Warum es drei sind, weiß ich nicht.
Die frische Luft tut gut !

17:30 Uhr wieder drinnen sieht Monsieur wieder ganz schön blaß aus. Aber er hat Appetit.
Beide Kinder Malen am Küchentisch während ich ein Arbeitsblatt für meinen Studenten fertigstellen muss.

18:30 Uhr eine kleine Pizza gibts zum Abendessen und frisch gepressten O- Saft, für mich noch mit Grapefruit verlängert.

19:25 Uhr die Kinder dürfen völlig unüblich Fernsehen. Sie sehen pur plus. Ich sehe das zum ersten Mal. Die Kinder zum zweiten mal. Normalerweise bin ich mit dem Fernsehkonsum ziemlich strikt. ei uns gibt´s alle paar Wochen  mal einen Film, sonst eigentlich nichts.

20 : Uhr die Kinder machen sich fertig. Ich muss Madame 1000 Mal ermahnen. Das finde ich völlig nervig. Sie provoziert wo sie nur kann. Vor einer Woche hätte ich noch sagen wollen, sie sei gerade so ausgeglichen. Nun denn !

20 uhr 15 Uhr. Ich messe Monsieur nochmal Fieber :38, 1° C. Ganz gesund ist das noch nicht. Ich bin im Zwiespalt. Morgen ist in der Schule Schlittschuhtag. Ich behaupte der ist weniger anstrengend als ein normaler Schultag, weil die Kinder letztenendes knapp 1 1/2  Stunden tatsächlich in der Schlittschuhhalle sind.  Und da sie ja alle gar nciht richtig fahren können rutschen sie vorwiegend an der Bande herum .
Mal schauen wie es ihm morgen früh geht. Ich müsste dringend zur Arbeit. Hm .

20:20 Uhr Ich lese vor. Die aktuelle Lektüre ist Black Beauty.
20:45 Uhr ab ins Bett, jeder kriegt noch vorgesungen und dann ist Ruhe.

21: 00 Uhr. Noch schnell die Küche aufräumen. War ich nicht gestern erst einkaufen ? irgendwie ist schon wieder alles so leer. Ich verzweifle kurz am darniederliegenden haushalt. Mache noch schnell eine Wollwäsche in die Maschine und genieße dann eine Runde Karnickel.
Wenn man sich in den Flur legt, dann klettern sie bald auf einem rum, knabbern an den Jeansnähten, schlecken einem das Gesicht und fangen an den Kopf zu putzen - das mag ich allerdings gar nicht.
Das rumklettern aber ist total entspannend.

21:50 Uhr Puh, der Tag ist fast rum. Mal den rechner hochfahren und gucken, was in der Welt so los ist. Und dann ? Jetzt sollte ich mich doch noch auf mein Seminar vorbereiten. Morgen nachmittag ist´s dann erstmal rum mit dem Megastress.
Freitag muss die Klausur für die Studenten fertig werden, das werde ich hoffentlich auch noch schaffen.


Insgesamt ein völlig untypischer Tag, völlig unproduktiv aber hoffentlich mit Genesungsmöglichkeiten für den 7 jährigen.

Jetzt geht´s erstmal weiter mit meinem seminarthema : Fuß vs Sportschuh - sehr sehr spannend !