Montag, 20. Oktober 2014

als wäre es gestern gewesen

vor 10 Jahren um diese Zeit hatte ich schon etliche Stunden völlig ineffektiver Wehen hinter mir. Ich war absolut erledigt nach ca 24 h Wehentätigkeit, in denen sich der Muttermund gerade mal auf 4 cm weitete. Irgendwann gegen Mitternacht kam der Anästhesist, dem ich dann fast um den Hals gefallen wäre.
Mit PDA schlief ich noch 3-4 Stündchen in irgendeinem Kreissaal, bis die Wirkung nachließ und um 6:27 Uhr ein kleines Wesen das Licht der Welt erblickte.
Ich war so gespannt wie es denn sein würde. Wie es aussieht, wie es die Welt kennenlernt.

Ein tolles Mädchen ist sie geworden. Mutig, sportlich, sehr sozial ( kleine Brüder sind davon ausgenommen), voller Lebensfreude und Neugier und sie steht im Leben. Ganz anders als ich das mit 10 Jahren so tat. Nur mit der "Pflichterfüllung"( Hausaufgaben, Kaninchenstall säubern etc) hat sie es nicht so. Das macht sie aber ganz sympathisch, sonst wäre mir Madame ja fast schon unheimlich.

10 Jahre wird sie morgen schon alt. Das erscheint mir fast unglaublich.
Im Übrigen fühle ich mich häufig immer noch so gerädert, wie damals nach der Geburt.

Ein Glück kann das Unterbewusstsein so gut Sachen verdrängen, denn direkt danach hatte ich mir geschworen, daß ich nie nie wieder ein Kind in diese Welt setzen würde, so völlig zermürbend und entkräftend und nicht zu letzt schmerzhaft hatte ich die Geburt empfunden.
So ein Glück, sonst gäbe es Monsieur nicht.

Nun muss ich noch den Kuchen für morgen backen, die Brownies für die Klasse sind schon im Ofen und dann muss noch ein bißchen "dekoriert" werden.

Samstag, 18. Oktober 2014

Wochenende ???

So hab ich mir Wochenenden immer vorgestellt:
Freitag abends bis 1:00 Uhr in der Küche stehen und Kuchen backen für Fußballturnier und eine Gemeindeveranstaltung - ja, man hätte früher anfangen können, aber davor war noch keine Zeit gewesen.

Samstag früh: Fußballturnier des Sohnes - immerhin bei Bombenwetter !
Während die sich warm kicken noch schnell zum Markt radeln und einkaufen, heim radeln, Einkauf verräumen und wieder los zum Fußball.
Die Tochter ist so lieb und bringt den anderen Kuchen ins Gemeindehaus.

Abpfiff um 11:20 - Kerlchen umziehen helfen, damit es schneller geht, heim radeln und pünktlich um viertel vor 12 am Herd stehen.
Kochen, Essen, dennoch zu spät mit der Tochter zum Turnwettkampf in einem etwas entfernteren Kaff aufschlagen. Zum Einturnen kam sie noch rechtzeitig, aber nicht zum warmmachen.
Der Sohn vertreibt sich die Zeit vor der Turnhalle, das Töchterchen turnt eine tolle Balkenübung, einen tollen Sprung, am Stufenbarren ganz gut und auf dem Boden - eigentlich ihr Lieblingsgerät-  patzt sie... große Enttäuschung über einen 12. Platz.
Ich versuche sie aufzumuntern, aber das scheint zwecklos.

um 18 Uhr sind wir wieder zu Hause und wollen eigentlich noch zu einem Konzert. Der Opa der Kinder spielt in einem Sinfonieorchester und das führt heute auf. Aber die Kinder sind platt. Ich auch und so komme ich immerhin in den Genuss einen Vogelgezitscherkonzerts auf dem Balkon bei diesem Hammer Wetter.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Neu sortieren

Ich hab mich sehr auf das neue Schuljahr gefreut mit einer neuen Schule für die Tochter, mit einer neuen Lehrerin für den Sohn.

Gefürchtet habe ich mich davor, daß Madame nun um 10 vor 7 aus dem Haus muss und vor den schrecklichen Hausaufgabenbergen in der 3. Klasse bei Monsieur.

Die befürchteten Schwierigkeiten sind gar nicht so schlimm. Madame geht einigermaßen fröhlich aus dem Haus - so wie man das im Dunkeln so früh morgens eben kann. Die Hausaufgaben von Monsieur sind viel, aber zu bewältigen.

Nur unsere Zeiten, Termine, Freiräume. Die sind so durcheinander gewirbelt, daß heute zum Beispiel das erste Mal dieses Schuljahr Monsieur nachmittags verabredet ist. Während Madame jetzt früher aufstehen muss, fängt bei Monsieur seit diesem Schuljahr die Schule erst später an. Für mich die Chance mit beiden Kindern morgens getrennt zu frühstücken etc, aber auch sehr unökonomisch.

Bei der Arbeit dringen so viele Dinge auf mich ein, daß ich gerade wirklich nicht mehr weiß, wo anfangen und zu Hause liegt alles brach. Der Wäscheberg könnte bald zur Expeditionsvorbereitung dienen. Jeden Abend nehme ich ihn mir vor und bin dann doch zu müde.
Das Wohnzimmer ist nach dem Streichen immernoch nicht wieder komplett eingeräumt.
Sport habe ich auch keinen mehr gemacht.

Hier wird es noch ein Weilchen ruhig bleiben.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Warten....

Ob das Virus noch zuschlägt.

Mir ist ein bißchen mulmig. Das kann aber auch reine Psyche sein. Monsieur wirkte heute abend top fit.

Ein Anruf bei einer Klassenkameradin ergab, daß auch die Klassenlehrerin nun krank ist. Ob das Kind, das die Kotzerei mit auf die Freizeit gebracht hat, nun einen Rüffel bekommt ?

Empirie

Das große Kind kam gestern von einem 3 tägigen Kennenlern-Landschulheim zurück und erzählte gleich als erstes, daß die C. gekotzt hätte. Ob C. in ihrem Zimmer gewesen sei. Ja, sie habe sich dann aber fern gehalten.
Am Abend erzählte Madame, daß die I. am Wochenende gekotzt hätte und ihr Vater auch, daß sie aber nicht mehr ansteckend wäre und daher mit auf Klassenfahrt gehen konnte.

Nun, wir hätten hier einen eindeutigen Beweis, dass die Aussage " nicht ansteckend" widerlegt werden kann.
Das Töchterchen ließ sich sein Frühstück noch mal durch den Kopf gehen.
Der Anruf in der Schule war auch vielsagend, denn bei dem Wort "Magen- Darm" wurde ich sofort als Mutter der richtigen Klasse identifiziert. Woher die Sekretärin das wohl wusste ?


Dienstag, 7. Oktober 2014

Umfrage

Das Töchterchen wird demnächst 10 und wünscht sich dringend ein Smartphone.
Da alle anderen auch eines haben, wird dem Wunsch wohl entsprochen werden, allerdings bin ich mir über den Modus noch nicht so ganz im Klaren.

Sind hier Leser deren Kinder ein Smartphone haben ? Was für Verträge habt ihr ? Wie viel Euro haben Eure Kinder Freiraum ?

Ich würde mich freuen, wenn jemand schreibt, wie das Smartphonethema gehandhabt wird.

Danke schon mal !

Verzweifelt

So gerne ich in die Schule gegangen bin, in der jetzt noch Monsieur ist, Madame hat es ja zum Glück hinter sich gebracht, so sehr verzweifle ich nun über diese Einrichtung.

Monsieur hat jetzt eine andere Lehrerin, das ist schon mal viel besser ! Eine Lehrerin an die er sich wenden kann, wenn irgendwas ist, was ja beim Vorgänger in Klasse 1 und 2 nicht möglich war.
Dennoch verstehe ich nicht, was die Lehrer eigentlich den Kindern beibringen wollen.
Die Hausaufgabenfülle, die systematisch in Klasse 3 einsetzt und alle Kinder stresst, auch die guten, bewirkt sicherlich keine immanente Verbesserung der schulischen Leistung, sondern eine Abneigung. Und obwohl die Hirnforschung schon seit Jahrzehnten weiß, daß Lernen nur in einem "positiv gestimmten" Hirn möglich ist, wird immer noch mehr von den Kindern verlangt.

Nun gab es letzte Woche den Mathetest, der seinerzeit in Madames Klasse für böse Überraschungen gesorgt hatte. Madame war zum Glück nicht betroffen.
Und weil ich ja nun um die Schwierigkeiten meines Sohnes im konzentrierten Arbeiten auf Zeit weiß, war ich vorgewarnt.
Aber wenn nun das Kind von den 100 Aufgaben 90 fehlerfrei gerechnet hat und die letzten 10 zeitlich ( in 10 Minuten) nicht mehr hinbekommen hat und unter dem Test dann nur eine 6 steht, dann krieg ich echt Probleme. Wäre es schwierig gewesen, dazu zuschreiben: "Gut gerechnet, leider zu langsam" oder so ? Nein!
Was macht das im Bewusstsein eines kleinen Kindes, das zwar weiß, dass es gut rechnen kann, aber einfach nicht schnell genug schreiben kann. Es signalisiert mal wieder: Du bist schlecht !

Ich finde das unmöglich.
Und ich erinnere mich an das Drama, das bei Madame damals in der Klasse aufgrund des gleichen Tests stattfand. Warum macht man das ?

Nächste Woche habe ich nun wieder ein Gespräch mit der Sozialarbeiterin der Schule, die ich ja eigentlich mal kontaktiert hatte, weil Monsieur von seinem Lehrer so gedisst wurde, dass er jeden Abend heulend davon berichtete. Nun redete sich damals der Lehrer raus, er sei halt oft in Rage, weil Monsieur nicht sofort tue, was er solle und dann müsse er ihn halt anschreien ( das hat er mir gegenüber unverblümt so gesagt !). Ich war damals daraufhin völlig sprachlos und hab es nicht geschafft zu fragen, ob er sich vom Anschreien eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit erhofft. Schlussendlich wurde dann vom Lehrer mit der Sozialarbeiterin vereinbart, dass Monsieur Konzentrationstraining bei ihr macht.

Es wäre ja auch ein Ansatz gewesen, dass der Lehrer lernt, dem Schüler ohne Gebrüll zu begegnen, aber soweit reichte die Reflexion offenbar nicht.
Nun wir haben ertragen in dem Wissen, dass im neuen Schuljahr eine neue Lehrerin dran ist.

Die Sozialarbeiterin gab Monsieur immer wieder Zettel mit, die so unprofessionell waren, dass ich echt Schwierigkeiten hatte, sie ernst zu nehmen. Wenn auf einem gedruckten Zettel mit Anleitung zur Verbesserung der Hausaufgaben in jeder Zeile 2 Rechtsschreibfehler sind, Kommas schon mal ganz vergessen wurden. Wenn inhaltlich völliger Humbug da drin steht wie: " Das Hirnwasser darf keinen Zucker enthalten !" , dann weiß ich auch nicht recht, ob ich der Sozialarbeiterin offen gegenüber sein soll, dass das ein bisschen unprofessionell wirkt oder ob wir diese Sache auch über uns ergehen lassen sollen.
Ich schreibe bewusst "über uns", weil auch ich so sehr emotional damit beschäftigt bin.

Am liebsten würde ich Monsieur in eine andere Schule bringen. Interessanterweise gibt es gerade eine Schulwechselstopp, weil Schüler um Schüler die Schule verlässt wegen ganz anderer Dinge. Ich habe sogar von dem Fall gehört, dass Leute einen gefälschten Mietvertrag aus einem anderen Stadtteil vorgelegt haben, damit sie ihr Kind von der Schule nehmen können.
Die noch größeren Probleme haben nämlich die Ganztageschüler, deren Konzept in keinster Weise durchdacht ist.

Wenn dieses Schulthema nur den Vormittag betreffen würde und man sich am Nachmittag davon erholen könnte. Aber es bestimmt den ganzen Alltag !