Sonntag, 10. März 2013

Guter Rat

Also ich würde mit kleineren Blessuren nicht 8 Stunden auf den Doc warten an einem Samstag nachmittag bzw abend.

Gestern mal wieder Dienst gehabt. Und entgegen meiner Hoffnung - ach vielleicht kann ich ja was wegdiktieren - wie naiv bin ich eigentlich ? - war es alles andere als ein ruhiger Dienst.

Von 8 bis 0:55 Uhr im Dauereinsatz. Ich weiß nicht wie meine Kollegen das immer machen, aber ich bin am Schluss nicht mehr wirklich Herr meiner Aufmerksamkeit. Wenn ein Notfall käme, keine Frage,  dann macht das Adrenalin alles wieder gut, aber ohne ....
Gestern also eine 7 stündige OP assistiert und als im um 22:15 aus dem OP kam warteten zwei Patienten mit Verdacht auf Thrombose auf mich. Der eine hatte tatsächlich eine und zwar bis ins Becken hinein und die andere Dame war eigentlich nur verunsichert, weil sie im November einen Langstreckenflug hatte und seitdem öfter mal brennende Schmerzen in einer Wade. Hm. Jung, durchtrainiert, keine Risikofaktoren und vor allem keine Symptome. !
Sie habe gehört, daß Jogger  ja öfter mal wegen einer Lungenembolie tot umfallen. Wow. Das reichte nicht für ausreichend Adrenalin, ich hoffe, ich habe keine größeren Fehler gemacht.

Freitag, 8. März 2013

Nicht schön

Vor etwa einem halben Jahr kauften meine Eltern im secondHand ein Bett für Monsieur, falls die Kinder mal bei den Großeltern übernachten. Das Gitterbettchen war nun endgültig zu klein. Madame hatte schon ein großes bett bei den Großeltern,
Dieses Secondhand Bett ist ein Pflegebett. Nun steht es im Wohnzimmer anstelle des Biedermeiersofas.

Und zwar so wie vor fast 30 Jahren die Betten standen als wir in das Haus einzogen und die Obermieter ihren Hausbau noch nicht fertig hatten und daher nicht ausziehen konnten.Und die Untermieter plötzlich beschlossen hatten, daß sie doch nicht umziehen wollten.
Damals hatten wir dann nämlich eine 2 Zimmerwohnung. Für ein Jahr.
Der Gedanke an damals versöhnt ein wenig mit dem doch sehr traurigen Anblick.

Wochenende

Die Kinder sind auf dem Weg in die Schweiz, ich hab 24 h Dienst am Samstag, Sonntag hole ich die Kinder wieder ab. Mutter besuchen, auch sonst zweihundert things to do. Uff

Mir ist nach Urlaub !!!

Mittwoch, 6. März 2013

nahe

Es geht mir nahe, was mit meiner Mutter geschieht. Sehr. Heute bei der Arbeit sind mir zig Fehler unterlaufen, ich war einfach völlig neben mir.

Für morgen habe ich einen überstundenfreien Tag eingereicht. Ich hatte nicht wirklich das Gefühl, daß man mich ernst nahm. Auf dem Heimweg haben mich wieder die Tränen eingeholt.

Nachdem ich die Kinder um 14 Uhr aus dem Hort abgeholt habe, sind wir gleich zu meinen  Eltern geradelt. Meine Mutter lag im Garten auf einer Liege. Sie sieht sehr sehr schlecht aus. Die Augen leuchten gelb. Sie ist völlig eingefallen. Und hätte noch so viel vor.
Gestern abend auf dem Elternabend des Sohnes sagte der Lehrer, der zunächst meiner Mutter, die als Leseomi ( weil ich mich als Lesemama nicht melden konnte ) unterstützt hat, sehr skeptisch gegenüber stand: Sie mache das so wunderbar. Und das macht sie sicherlich. Sie sieht, welche Probleme welches Kind mit dem lesen o. dem Rechnen hat, sie kann es einschätzen und vor allem gut Üben. Immerhin war sie auch mal Grundschullehrerin bevor sie Ärztin wurde.
Als er so sagte, schade, daß sie jetzt nicht da sei, da bekam ich einen Klos im Hals.
Ich konnte es ihr heute nicht erzählen.







Dienstag, 5. März 2013

platt

2:15 Uhr aufgewacht: übelste Magenkrämpfe- ich vertrage das Ferrosanol einfach nicht - mein Ferritinwert liegt irgendwo bei 8, darum wollte ich mich mal wieder zwingen, das Zeug zu nehmen. Vielleicht doch wieder Ferrlecit wie vor 4 Jahren mal.

5:45 Uhr: der Wecker klingelt wie üblich. Mir fehlte der Sonntag zum Ausschlafen, ich bin nicht wirklich fit

Kaffee kochen, Vesper machen, Duschen, anziehen, Karnickel raus lassen, Kinder wecken, Kinder antreiben beim Frühstück, Kinder antreiben beim anziehen, Kinder antreiben beim Zähneputzen....
7:12 Uhr Haus verlassen, die Tochter hustet, muss heute von 8:30 bis 12:30 ins Schwimmbad irgendwelche Schulmeisterschaften schwimmen- nur sie und ein anderes Mädchen aus der Klasse- ich habe weder Zettel noch sonst irgendeine Info, auf dem Weg zur Arbeit mit dem Rad überlege ich, ob ich sie hätte zuhause lassen sollen, Husten, Samstag war Kindergburtstag mit Eislaufhalle, Sonntag Turnwettkampf, Montag wie immer 1 1/2 Stunden Zirkus und 2 Stunden Turnen, heute also noch Schwimmen ???
Ich fahre über die Brücke an der immer der riesige Bussard sitzt, vor dem ich mich ein wenig fürchte. Heute sitzt er ein paar Meter weiter auf einem Poller vor dem stinkenden Kohlfeld.
In der Oststadt ist Verkehrsinfarkt, ich freue mich wie eigentlich täglich, daß mich das als Radfahrer nicht besonders interessiert.

8:01 Uhr Röntgendemo, der Arbeitstag ist wie üblich irgendwas zwischen besch... und ätzend

13:20 Uhr Heimfahrt, Gedanken an die logistischen Meisterleistungen des Nachmittags. Auf dem Heimweg Einkauf - natürlich vergesse ich wieder mal die Hälfte

14:20 Uhr 30 Minuten, die mir gehören, Essen auf der Terrasse - schön, bis schräg über mir die Balnkontür aufgeht und ich wieder lauschen kann, wie man über uns lästert- nein, da habe ich keinen Nerv zu, also wieder rein, weiteressen.
Anschließend Sämereien suchen, die ich meiner Mutter bringen will- sie wollte sie gerne ihrer langjährigen Freundin aus Berlin schenken, die sie am Donnerstag besuchen möchte.

14:50 Uhr Monsieurs Fahrrad in den Fahrradanhänger laden, zum Hort fahren, Monsieur abholen und zur Ergotherapie bringen, auf dem Gang springt mir Madame entgegen, sie seien 1. geworden beim Schwimmen. Ich weiß leider immernoch nicht mehr.

In den 45 Minuten Ergotherapie radle ich schnell zu meinen Eltern um meiner Mutter die Sämereien zu bringen. Ich erschrecke sehr. Seit gestern sieht sie noch schlechter aus, ist zittrig und die Stimme ganz anders. Auf der Fahrt nach hause, Madames Fahrrad holen, kommen mir die Tränen. Ich heule wie ein Schlosshund. Fahrrad von Madame vor dem Hort abstellen, den Sohn abholen und mit ihm zusammen Madame aus dem Hort abholen, mit den Fahrrädern zum Chor.
Während die Kinder singen, bringe ich schnell die Bücher in die Bibliothek und kaufe die mittags vergessenen Sachen noch ein.

Normalerweise ist nach dem Chor noch Zeit ein bißchen zu spielen und zu kicken, heute müssen wir schnell nach Hause, weshalb ich auch die Fahrräder geholt habe, denn um 19 Uhr beginnt Elternabend Nummer 1, und um 19:30 Uhr Elternabend Nummer 2.
Zuvor muss noch gekocht werden, die Hausaufgaben von Monsieur fertig gemacht...
Schei...Tag

Ich koche schnell, Madame erzählt mir währenddessen von ihrem Schultag. Wir essen, der Babysitter kommt.

19 Uhr  Elternabend Monsieur
20 Uhr switche ich zu Elternabend Madame, wo gerade eine heftige Diskussion über den Schuldruck stattfindet. Wir erfahren, daß die Fremdevalutation unsere Schule zur Besten in Bawü gemacht hat - ehrlich gesagt für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Zusammen mit anderen beschwere ich mich über das wirklich straffe Hausaufgabenpensum, was bei Madame zur völligen Verweigerung führt. Man will ein bißchen reduzieren, manche Kinder kommen auf 2 h pro Tag, ich finde das zu viel für 3. Klässler. Ich erfahre vieles, von dem Madame nie erzählt - aber so lange keine Klagen kommen...
Wieder höre ich daß alle möglichen Eltern mit den Kindern systematisch üben, Aufsätze, Rechtschreibung, Rechnen - ich weigere mich weiterhin. Ich weise meine Tochter hin und wieder darauf hin, daß sie ihre Hausaufgaben ordentlich machen soll, gucke auch mal drüber, über Menuk Themen sprechen wir manchmal ausführlicher. Sonst ist das ihre Sache !
Als ich einer Mutter erzählte, wenn es nicht klappt, gäbe es immernoch die Möglichkeit eine Klasse zu wiederholen, immerhin sei sie 5-jährig in die Schule gekommen, da war sie völlig perplex. Zum Glück besteht der Bedarf in keinster Weise, das Halbjahreszeugnis war durchweg 1 und 2.
Tausend Themen werden besprochen, um 22:00 Uhr ist endlich zu Ende und mir raucht der Kopf.

Jetzt ab ins Bett.

Sonntag, 3. März 2013

Fundstück ;-)


Sonne und doch nicht wirklich fröhlich

Die Sonne heute tat unendlich gut !
Nach einem Vormittag in einer Turnhalle - Abfahrt zuhause an einem Sonntag um 7 :20 Uhr  ;-(   - haben wir den Nachmittag dann im Garten verbracht. Ein Bonus beim Wettkampf heute, war, daß parallel Jungs turnten - spannend ! Monsieur hat sich über all die pubertätsunpropotionierten Körper amüsiert und in der tat war es so, daß viele große Jungs irgendwie merkwürdig aussahen in ihren Turnanzügen. "Mama, stimmts, das sind alles Sitzriesen.... und guck mal, der hat viel zu dünne Beine für den Rest, Mama, schau mal, wachsen dem dort einzelne Haare am Kinn ?...guck mal, wenn der rennt, denkt man, daß dem seine Arme gar nicht gehören, die sind viel zu lang !"...


Im Garten dann das erste Frühbeet eingepflanzt, die gesammelten Stöckchen der letzten 5 Jahre, die unsere Terrasse blockierten, verbrannt, die Kinder haben mit Gartennachbarskindern rumgewutzelt...




Mir liegen die Gedanken an meine Mutter in der Seele. Heute hatte ich das erste Mal das Gefühl, sie tut sich mit dem Sprechen schwer. Die Augen sind schon länger quittegelb, der Bauch durch Aszites aufgequollen. Die Atmung flach. Aber immernoch hat sie den Willen, alles mögliche zu machen.
Es tut weh !